Ipomoea arborescens

Ipomoea arborescens
Ipomoea arborescens ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Prunkwinden (Ipomoea) aus der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Die Art ist in Mexiko verbreitet und wird dort Casahuate genannt.

Ipomoea arborescens ist ein 5 bis 15 m hoher Baum, dessen Stamm einen Durchmesser von bis zu 50 cm erreichen kann und einen weißen Milchsaft führt. Die Rinde ist hell gefärbt. Die Pflanzen sind in der Jugend feinfilzig behaart, die Trichome sind meist gedreht und 0,1 bis 0,25 mm lang. Spätestens im dritten Jahr sind die Pflanzen jedoch verkahlt. Die Blattspreiten sind ganzrandig, eiförmig bis lanzettlich, 9 bis 19 cm lang und 6 bis 9 cm breit. Auf jeder Seite der Mittelrippe gehen 12 bis 18 Nebenadern ab. Nach vorn sind die Blätter spitz zulaufend, an der Basis sind sie herzförmig. Die Blattflächen sind vor allem auf der Unterseite und dort an den Blattadern feinfilzig behaart. Die Blattstiele sind 1 bis 9 cm lang und meist auch feinfilzig behaart.
Die Blütenstände sind ein- oder zweiblütige Zymen und stehen end- oder achselständig. Sie stehen meist an verkürzten, feinfilzig behaarten, gezackten Seitentrieben mit einer Länge von 1 bis 14 cm. Die Blütenstandsstiele sind 0,3 bis 1,0 cm lang und feinfilzig behaart, sind Blütenstandsstiele zweiter Ordnung vorhanden, werden sie 2 bis 4 mm lang. Die nicht beständigen Tragblätter erreichen eine Länge von 4 bis 6 mm, eine Breite von 2 bis 3 mm und sind eiförmig-lanzettlich bis halbkreisförmig, die Unterseite ist feinfilzig behaart, die Oberseite feinfilzig oder unbehaart. Die Blütenstiele sind 1,5 bis 4,5 cm lang, verdicken sich zur Spitze hin und werden an der Frucht nochmals dicker. Die Kelchblätter sind eiförmig oder gelegentlich halbkreisförmig, 6 bis 14 mm lang, 6 bis 8 mm breit. Die äußeren Kelchblätter sind dabei gleich groß oder etwas größer als die inneren. Die Spitze ist stumpf oder stumpf-stachelspitzig. Die Krone ist weiß mit einer grünlichen Kronröhre, 4 bis 6 cm lang und misst 4 bis 6 cm im Durchmesser und ist in der Knospe leicht gedreht. Sie ist trichterförmig, auf der Außenseite an den Spitzen der Verwachsungsfalten der Kronblätter (Interplicae) feinfilzig behaart und am Rand feinfilzig oder seidig behaart. Die Staubblätter haben eine Länge von 25 bis 40 mm, die Staubbeutel sind 5 bis 8 mm lang, an ihrer Basis stehen bis zu 5 mm lange, drüsenspitzige Trichome. Der Griffel hat eine Länge von 20 bis 30 mm, die unteren 1 bis 2 mm sind verdickt und an der Frucht beständig. Die zwei Narben sind kugelförmig und 2 bis 2,5 mm lang.
Die Früchte sind zweikammerige, vierklappige Kapseln, die Klappen haben eine Länge von 17 bis 25 mm. Die Samen sind an den oberen Rändern filzig mit 10 bis 15 mm langen Trichomen behaart.
Die Art ist in der westlichen Hälfte Mexiko verbreitet. Sie wächst in offenen Dornstrauchwäldern, Eichensavannen und trockenen, laubabwerfenden Wäldern in Höhenlagen zwischen 50 und 1800 m.

Dominique You (Pirat)

Dominique You oder Youx, eigentlicher Name wohl Frederic Youx (geboren vermutlich zwischen 1770 und 1775 in Saint-Domingue; gestorben am 15. November 1830 in New Orleans), war ein französischer Pirat, der nach 1800 vor allem in der Karibik und dem Golf von Mexiko aktiv war.
Über Youx’ Herkunft ist nichts Sicheres bekannt. Häufig wird fälschlich angegeben, er sei ein älterer Bruder der Piratenbrüder Pierre und Jean Laffite gewesen, mit denen er nach 1812 operierte. Auch die in der historischen Literatur häufiger zu findende Angabe, Youx habe in Napoleons Armee als Artillerist gedient, ist vermutlich falsch.
Erstmals trat er 1805 in Erscheinung, als er mit dem mit einem französischen Kaperbrief ausgestatteten Schiff La Superbe Schiffe aufzubringen begann, die mit der aufständischen Kolonie Saint-Domingue (dem heutigen Haiti) Handel trieben. Die Prise veräußerte er in den westindischen Inseln, er selbst operierte von der kubanischen Hafenstadt Baracoa aus, wo er sich 1807 auch um die Verteidigung des Hafens gegen einen britischen Angriff verdient machte. Dass die französischen Kolonien in den folgenden Jahren an die Briten fielen, hatte für Youx zur Folge, dass er kaum noch sichere Häfen fand und seine zuvor von französischen Behörden ausgestellten Kaperbriefe ihre Anerkennung verlieren würden. Als sich die spanische Hafenstadt Cartagena de Indias im heutigen Kolumbien 1811 für unabhängig erklärte, ließ er sich von den Aufständischen als Kaperer anheuern und machte in den folgenden Jahren unter cartagenischer Flagge Jagd vor allem auf spanische Schiffe. 1812 tauchte er erstmals in New Orleans auf. Hier arbeitete er bald eng mit den berüchtigten Brüdern Pierre und Jean Laffite zusammen, die aus ihren Stützpunkten in den schwer zugänglichen Sümpfen Louisianas heraus als Freibeuter und Schmuggler operierten.
1814 wurde er von einer Jury in New Orleans in Abwesenheit wegen Piraterie verurteilt und wurde festgenommen. Als im Herbst des Jahres während des britisch-amerikanischen Krieges jedoch britische Truppen nahe New Orleans landeten, bot er den amerikanischen Verteidigern der Stadt seine Dienste an und wurde wie viele andere kampfwillige Sträflinge aus dem Gefängnis entlassen. In der Schlacht von New Orleans am 8. Januar übertrug ihm Andrew Jackson den Befehl über eine Artilleriekompanie, die sich bei der erfolgreichen Verteidigung der Stadt besonders auszeichnete. Nach der Schlacht ließ er sich als ehrbarer Bürger in New Orleans nieder.

North American Datum

Das North American Datum (NAD) ist das gemeinsame Bezugssystem für die Landesvermessung der Staaten Nord- und Zentralamerikas.
Geschichtlich bedingt unterscheidet man zwischen dem mittels klassischer Triangulationsverfahren begründeten North American Datum von 1927 (NAD 27) (mit einem auf der Erdoberfläche vermarkten Fundamentalpunkt) und dem moderneren mittels Satellitengeodäsie aufgebauten North American Datum von 1983 (NAD 83) (mit einem geozentrischen Ursprung).

Das erste in den Vereinigten Staaten verwendete nationale geodätische Datum war das New England Datum von 1879. Als Fundamentalpunkt wurde Principio bei Perryville in Maryland festgelegt (in etwa bei 39° 35′ 30″ N, 76° 0′ 20″ W39.591666666667-76.005555555556). Dieser Ort wurde gewählt, da er sich zur damaligen Zeit noch im Zentrum des geografischen Interesses der USA befand.
Von 1871 bis 1899 führte der National Geodetic Survey eine groß angelegte transkontinentale Vermessungs-Kampagne entlang des 39. Breitengrades durch, um das bereits weit ausgebaute Vermessungsnetz der östlichen Bundesstaaten mit der pazifischen Westküste zu verbinden. Im Zuge dieser Expansion war auch eine Verlagerung des Ursprungspunktes von Principio in die Mitte des nordamerikanischen Kontinents notwendig. Als neuen Fundamentalpunkt wählte man Meades Ranch, zwischen den Städten Lucas und Tipton in Kansas (bei 39° 13′ 27″ N, 98° 32′ 32″ W39.224086111111-98.54215 (WGS84)). Konsequenterweise benannte man das New England Datum um in U.S. Standard Datum.
Nachdem 1913 Kanada und Mexiko beschlossen hatten, ebenfalls ihre Vermessungsnetze auf Grundlage des U.S. Standard Datum aufzubauen, wurde dieses in North American Datum umbenannt. Es basiert wie seine Vorläufer auf dem Clarke-Ellipsoid von 1866 und sein Fundamentalpunkt ist Meades Ranch in Kansas.
1927 wurden die Positionen von 25.000 Festpunkten durch Ausgleichungsmethoden auf Grundlage vergangener Vermessungsdaten neu berechnet. Aus dem so gebildeten Referenzrahmen von Festpunkten geht die Bezeichnung NAD 27 hervor.
Mit der zunehmenden Verbreitung elektronischer Vermessungsmethoden, kam es in den 1970er Jahren vermehrt zu Widersprüchen zwischen dem Bezugssystem NAD 27 und den Ergebnissen lokaler Vermessungen. Auch stellte sich die Verwendung des Clarke-Ellipsoid als Grundlage des Bezugssystems als zu unpräzise und nicht mehr zeitgemäß heraus. So entschied man sich, ein neues Bezugssystem auf Basis des geodätischen Referenzsystems 1980 (GRS 80) als Erdmodell mit einem geozentrischen Ursprung aufzubauen. Dank moderner Verfahren der Satellitengeodäsie brauchte man nicht mehr länger einen Fundamentalpunkt auf der Erdoberfläche festzulegen. Die Realisierung des neuen Bezugssystems basierte auf einige hundert Stationen mit Doppler-Satellitenbeobachtungen.
Das in Zusammenarbeit der Vereinigten Staaten mit Kanada, Mexiko und Grönland entwickelte Bezugssystem North American Datum von 1983 (NAD 83) wurde 1986 erstmals veröffentlicht. 300 Personen arbeiteten sieben Jahre lang an diesem Projekt, welches bis dahin insgesamt 37 Mio. US-Dollar kostete.
In den späten 1980er Jahren kam es zur Entwicklung des Global Positioning System (GPS) und somit erneut zu einem erheblichen Fortschritt der Methoden der Landesvermessung. Von 1989 bis 1997 wurde das Bezugssystem NAD 83 daher nochmals durch ein Netzwerk von GPS-Beobachtungen verfeinert – dem sogenannten High Accuracy Reference Network (HARN).
Ab 1994 baute man ein Netzwerk ständiger GPS-Beobachtungsstationen auf: das Continuously Operating Reference Station (CORS), welches ein Bestandteil des International Terrestrial Reference Frame ist. Diese Stationen messen ständig ihre aktuelle Position und übermitteln die Daten an eine zentrale Auswertestelle. 2011 zählten bereits über 1800 GPS-Stationen von 200 verschiedenen Betreiberorganisationen zu diesem Netzwerk.
Zusätzlich werden je nach Bedarf (des US-Militärs oder der Vereinten Nationen) vereinzelt CORS-Stationen auch außerhalb Nordamerikas betrieben; zum Beispiel in Benin, Äthiopien oder dem Irak, wo die US Army in Zusammenarbeit mit dem National Geodetic Survey seit 2004 ein irakisches Bezugssystem, das Iraqi Geospatial Reference System (IGRS) aufbaut.
Übertragen auf die Situation in Europa ist das NAD 83 vergleichbar mit dem Europäischen Terrestrischen Referenzsystem (ETRS 89), sowie das CORS mit dem EUREF Permanent GPS Network.
Die Umstellung des NAD 27 auf das NAD 83 war nicht nur mit der Wahl eines neuen Referenzellipsoids verbunden, sondern auch mit einer Entzerrung und Neuberechnung des kompletten Referenzrahmens. In den Continental United States beträgt die Abweichung zwischen beiden Systemen 10-100 m, in Alaska und Puerto Rico über 200 m sowie auf Hawaii über 400 m. Die Umrechnung von Koordinaten aus NAD 27 nach NAD 83 ist daher nicht über eine einheitliche Formel möglich.
Der National Geodetic Survey hat für die Transformation eine spezielle Software (NADCON) herausgegeben, die mit einer gitternetzbasierten Interpolation auf Grundlage von jeweils in beiden Systemen bekannter Festpunktdaten arbeitet. Die Genauigkeit der Transformation mittels NADCON beträgt auf den Landmassen der Continental United States in etwa 15 cm und in Alaska, Puerto Rico, Hawaii etwa 50 cm. In Gegenden mit geringer Festpunktdichte kann der Fehler auch bis zu 1 m betragen.
Für Kanada hat der Earth Sciences Sector (ESS) der Natural Resources Canada eine ähnliche Software namens NTv2 entwickelt, welche ebenfalls mit einem gitternetzbasierten Transformationsverfahren arbeitet.
Das World Geodetic System 1984 (WGS 84) ist ein globales Referenzsystem, das speziell für den Einsatz im GPS geschaffen worden ist. Das im WGS 84 verwendete Referenzellipsoid ist mit dem des NAD 83 (GRS 80) nahezu identisch. Daher werden beide Datumsdefinitionen meist gleichgesetzt; auf Karten der USA findet sich als Datumsangabe häufig der Vermerk „NAD 83/WGS 84“.
Da das NAD jedoch im Gegensatz zum WGS 84 primär ein Referenzsystem für Nordamerika sein soll, ist seine Realisierung (in Form von Festpunkten) an die Nordamerikanische Platte gebunden. Die durch Anschluss an solche Festpunkte innerhalb des NAD gemessenen Koordinaten haben also den Vorteil, dass sie (in Bezug auf Nordamerika) von den Effekten der globalen Plattenverschiebungen weitestgehend unbeeinträchtigt bleiben.
Das heißt, im NAD 83 beobachtete Koordinaten können nicht direkt mit Koordinaten aus dem WGS 84 verglichen werden, sofern es um Genauigkeiten unter einem Meter geht.

Jasnogorsk

Jasnogorsk (russisch Ясногорск) ist eine Stadt in Russland in der Oblast Tula. Sie liegt am Fluss Waschana, einem rechten Nebenfluss der Oka, rund 35 Kilometer nördlich der Oblasthauptstadt Tula sowie 160 km südlich von Moskau entfernt. Jasnogorsk ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons (Landkreises) und hat 16.795 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).

Die Stadt Jasnogorsk wird erstmals in schriftlichen Urkunden aus dem 15. Jahrhundert erwähnt, damals als eine Siedlung namens Laptewo, welche vermutlich nach einem dort ansässigen Gutsherr mit dem Familiennamen Laptew benannt worden war. 1867 erlangte Laptewo einige Bedeutung beim Bau der Eisenbahnstrecke von Moskau nach Tula und weiter südlich nach Kursk; es entstand hier ein Bahnhof, der im Folgenden auch als Umschlagplatz für den Holztransport diente. In den 1880er-Jahren gründete hier der Kaufmann Ippolit Golowin eine Fabrik zur Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen. Erst im Jahre 1958 jedoch wurde Laptewo offiziell zur Stadt und erhielt schließlich 1965 den „wohlklingenden“ Namen Jasnogorsk – wörtlich übersetzt in etwa „heitere Stadt“.
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Im heutigen Jasnogorsk ist die Maschinenfabrik, die aus dem Betrieb Golowins hervorging, der wichtigste Industriebetrieb. Die Stadt ist von eher ländlicher, vorwiegend aus Holzhäusern bestehenden Bebauung geprägt. Der Bahnhof von Jasnogorsk mit dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden Empfangsgebäude ist Haltepunkt für Nahverkehrszüge aus Moskau, Serpuchow und Tula.
Verwaltungszentrum: Tula
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Archangelskoje
Liste der Städte in der Oblast Tula | Verwaltungsgliederung der Oblast Tula
Anmerkungen: S – Sitz eines Stadtkreises, R – Verwaltungszentrum eines Rajons

Bahnstrecke Prundu Bârgăului–Vatra Dornei

Die Bahnstrecke Prundu Bârgăului–Vatra Dornei oder k. u. k. Kraftwagenbahn No. 1 ist eine nur noch teilweise existierende Bahnstrecke in Rumänien. Sie verlief von Siebenbürgen in die Bukowina und überquerte dabei einen Kamm der Ostkarpaten.
Während der Entstehung der Bahnstrecke lag diese auf dem Territorium der habsburgischen Doppelmonarchie.
Die damals zum österreichischen Reichsteil gehörende Bukowina war auf dem Schienenweg von Wien oder Budapest aus nur über die durch Galizien führende Linie von Lemberg nach Czernowitz zu erreichen. Die Bahnstrecke von Hatna nach Kimpolung (eröffnet 1888) und deren Fortsetzung nach Dorna Watra (eröffnet 1902) waren unter anderem mit dem Ziel gebaut worden, eine Verbindung nach Ilva Mică in Nordsiebenbürgen zu schaffen. Entsprechende Pläne existierten seit 1898, scheiterten aber an den finanziellen Anforderungen.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurde die Problematik der fehlenden Eisenbahnverbindung zwischen Siebenbürgen und der Bukowina akut. Russische Truppen besetzten noch im gleichen Jahr weite Teile Galiziens und unterbrachen somit die Strecke zwischen der Bukowina und dem übrigen Teil Österreich-Ungarns. Die im Süden der Bukowina stehende 7. Armee unter General Karl von Pflanzer-Baltin war von allen modernen Transportwegen abgeschnitten. Die zuständigen österreichisch-ungarischen Behörden veranlassten den Bau einer provisorischen Eisenbahn über die Karpaten. Die gebotene Eile erlaubte nicht die Errichtung von Tunneln oder größeren Brücken. Man erwog zwei Varianten: zum einen eine Verbindung von Borșa über den Prislop-Pass nach Jakobeny (heute Iacobeni) im Tal der Goldenen Bistritz sowie eine Bahn aus dem Tal der Bistritz über die Region des Tihuța-Passes nach Dorna Watra (heute Vatra Dornei) und baute schließlich beide Strecken.
Die Bauarbeiten am Tihuța-Pass wurden am 1. Dezember 1914 aufgenommen. An der Bahnlinie arbeiteten ca. 300 Zivilisten sowie etwa 5600 Kriegsgefangene. Sie wurde in Normalspur (1435 mm) errichtet, wies aber 230 Kurven sowie Steigungen bis zu 8 % auf und verlief über weite Strecken entlang der 1848 errichteten Straße über den Tihuța-Pass. Der höchste Punkt der Strecke lag auf 1145 Metern Höhe. In der Nähe von Dornișoara (früher Dorna-völgy) wurde dabei die Grenze zwischen dem österreichischen und dem ungarischen Reichsteil überschritten.
Am 15. August 1915 wurde die Bahnstrecke eröffnet. Für die außergewöhnliche Steigung wurden auf dem Teilstück von Tiha Bârgăului nach Dornișoara spezielle benzin-elektrisch betriebene Triebwagen eingesetzt. Diese Triebwagen besaßen eine Leistung von 150 PS. Jeder Zug bestand aus vier oder fünf Wagen und hatte eine Transportkapazität von 30 bis 50 Tonnen. Von Prundu Bârgăului nach Tiha Bârgăului sowie von Dornișoara nach Dorna Watra verkehrten normale Züge.
Die militärische Lage Österreich-Ungarns besserte sich 1915 deutlich. Trotzdem wurde die neue Strecke für militärische Transporte benutzt. Auch Lebensmittel wurden zu Beginn des Jahres 1916 aus dem damals noch neutralen Rumänien nach Österreich-Ungarn gebracht.
Die russische Brussilow-Offensive im Jahr 1916 unterbrach die galizischen Eisenbahnen erneut; der provisorischen Strecke kam eine immer größer werdende Bedeutung in der Versorgung der österreichisch-ungarischen Truppen zu. Da die russische Armee von Norden und Osten immer weiter auf Dorna Watra vorrückte, evakuierten die österreichischen Behörden im Jahr 1916 45 Lokomotiven und zahlreiche Waggons über die hier beschriebene Bahnstrecke, um sie vor dem russischen Zugriff zu retten. Auch 25.000 verwundete Soldaten und 30.000 zivile Flüchtlinge konnten so aus der Bukowina herausgebracht werden. Obwohl die Bahnstrecke Normalspurbreite hatte, konnten die zu evakuierenden, auf normalen Linien eingesetzten Loks und Waggons wegen der starken Steigung und der engen Kurvenradien nicht direkt die hier beschriebene Strecke befahren, sondern mussten in Dornișoara in Einzelteile zerlegt, auf die speziellen Züge verladen und in Tiha Bârgăului wieder zusammengebaut werden.
Im September 1917 verkehrten pro Tag 14 Zugpaare (gegenüber 5 im Jahr 1915). Durch die Friedensverträge von Brest-Litowsk und Bukarest zu Beginn des Jahres 1918 verlor die Strecke ihre unmittelbare militärische Bedeutung, wurde von den österreichisch-ungarischen Behörden jedoch weiter als Transportmittel genutzt. Gleichzeitig wurde mit konkreten Planungen für eine dauerhafte Karpatenüberquerung zwischen Ilva Mică und Dorna Watra begonnen. Kurz vor Kriegsende – im Oktober 1918 – war die Strecke mit 7 Triebwagen und 92 Waggons ausgestattet. Die Situation änderte sich mit dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns im Oktober/November 1918. Sowohl die Bukowina als auch Siebenbürgen gelangten zu Rumänien. Zuvor wurden von den Österreichern und Ungarn sowohl die Strecke als auch die Lokomotiven und Waggons zerstört.
Am 15. Januar 1919 übernahm die rumänische Staatsbahngesellschaft CFR die Strecke und begann mit der Wiederherstellung. Die zerstörten Lokomotiven und Waggons wurden in Werkstätten in Cluj, Dej und Apahida repariert. Am 8. Juni 1922 konnte die Strecke wiedereröffnet werden. Von Tiha Bârgăului nach Dornișoara (34 km) dauerte eine Fahrt 2 ½ Stunden. Zwischen beiden Orten waren elf weitere Haltestellen eingerichtet.
Nach der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Ilva Mică–Floreni, deren Bau sich seit 1924 hingezogen hatte, wurde der Abschnitt von Tiha Bârgăului nach Dornișoara am 18. Dezember 1938 stillgelegt, das mit normalen Zügen befahrbare Teilstück von Dornișoara nach Vatra Dornei dagegen weiter genutzt. Der stillgelegte Abschnitt wurde in den Jahren 1939/40 demontiert.
Der Abschnitt von Prundu Bârgăului bis Dornișoara existiert nicht mehr. Das eingleisige, nicht elektrifizierte Teilstück von Dornișoara nach Floreni dient vorwiegend für den Güterverkehr (insbesondere Holz); daneben verkehren derzeit (2010) zwei Nahverkehrszüge pro Tag und Richtung. Der Abschnitt von Floreni nach Vatra Dornei ist eingleisig und elektrifiziert. Er ist Teil der Kursbuchstrecke 502 von Suceava nach Ilva Mică und damit einer wichtigen Verbindung zwischen Siebenbürgen und der Bukowina. Es verkehren etwa vier Nahverkehrs- und sechs Schnellzüge pro Tag und Richtung.

Al Kahira

Ulla
Al Kahira (alternative Schreibweise Alkahira, Arabisch: Kairo, ex schwedisch Ulla) war ein ägyptischer Dampfer, der am 13. März 1959 im belgischen Ostende durch einen terroristischen Sprengstoffanschlag versenkt wurde. Die Täter wurden nie ermittelt. Seinerzeit wurde die Rote Hand für das Attentat verantwortlich gemacht; seit Mitte der 1990er Jahre ist gesichert, dass es sich dabei lediglich um eine Tarnorganisation des französischen Service Action handelte, der wenige Monate zuvor in Hamburg den Bremer Frachter Atlas versenkt hatte.
Aus der Schiffsgeschichte sind keine besonderen Vorkommnisse bekannt. Das Schiff wurde als Ulla für die Reederei AB Transmarin in Helsingborg gebaut. Im November 1954 wurde es für 170.000 britische Pfund an die Khedival Mail SAE in Alexandria verkauft.
Am 13. März 1959 fand an Bord der Al Kahira in Ostende eine schwere Explosion statt, durch die das Schiff auf Grund gesetzt wurde. Ob dabei Personen zu Schaden kamen, ist nicht bekannt. Am 24. April wurde das abgedichtete Wrack nach Antwerpen zur Untersuchung geschleppt. Da sich eine Reparatur offenbar nicht lohnte, wurde es 1960 in Brügge abgewrackt.
Da im Kontext des Algerienkriegs sowohl in Tanger als auch in Hamburg Schiffe durch Sprengstoffanschläge versenkt worden waren, die im Verdacht standen, für die algerische Befreiungsfront Waffen, Munition oder Sprengstoffe zu transportieren, fiel der Verdacht seinerzeit auf die Rote Hand; Täter wurden jedoch nie ermittelt. Erst in den 1990er Jahren wurde bekannt, dass die Rote Hand nur eine vom Service Action geschaffene Tarnorganisation war, um Spuren zu verwischen.

Leixlip

Leixlip (ausgesprochen: [ˈliːkslɪp] oder [ˈliːslɪp]; irisch: Léim an Bhradáin, beides dt. „Lachssprung“) ist eine Stadt im Nordosten des County Kildare im Osten der Republik Irland. Leixlip liegt etwa 17 Kilometer westlich der irischen Hauptstadt Dublin. Der Name der Stadt geht auf das altwestnordische Lax Hlaup (Lachssprung) zurück.

Leixlip liegt am Zusammenfluss der Flüsse Liffey (Oberlauf) und des Rye Water. Die Stadt liegt an der Grenze der historischen Königreiche Brega und Leinster. 917 wurde vermutlich hier in der Schlacht von Confey (Cenn Fuait) der irische König von Leinster durch den wikingischen König Sihtric Cáech von Dublin besiegt. Die frühe Besiedelung rührte von den in Dublin eingefallenen Wikingern her. Bis hierher konnten die Langschiffe auf dem Liffey gerudert werden. 1172 wurde Leixlip Castle auf dem Felsen, an dem der Rye Water in den Liffey mündet, errichtet. Es wurde bis 1185 von König John genutzt. Zeitweise residierte hier der französische Botschafter (1920er Jahre).
Auf der Grenze zwischen Leixlip und Celbridge liegt The Wonderful Barn, ein korkenzieherförmiges Turmgebäude, dessen Zweck unklar ist (teilweise wird ein Taubenschlag, ein Folly oder ein Kornspeicher vermutet). Sicher ist jedoch, dass der Bau einen Teil der einheimischen Bevölkerung in Brot und Arbeit brachte, was in der damals herrschenden Großen Hungersnot eine willkommene Linderung darstellte.
1755 errichtete Arthur Guinness seine erste Brauerei, die allerdings 1759 nach Dublin abwanderte.
Ein besonderes Naturschauspiel war der sog. Salmon’s Leap (Lachssprung), ein fünf Meter hoher Wasserfall, nach dem die Stadt benannt wurde. Der Wasserfall wurde allerdings durch den Bau eines Wasserkraftwerks zerstört.
Die Stadt ist heute als Standort der Firmen Intel und Hewlett-Packard bekannt.
Leixlip ist an den Regionalverkehr des irischen Eisenbahnnetzes (Linie Dublin – Sligo) seit 1848 angeschlossen. Daneben existiert südlich der Stadt ein kleiner Flughafen (Flughafen Weston), der insbesondere den Geschäftsverkehr abwickelt.
Weiterhin ist Leixlip an das Streckennetz von Dublin Bus (Linien 66, 66a, 66b, 66n und 66X) und die Commuter-Zuglinie (S-Bahn-ähnliches Nahverkehrssystem der Iarnród Éireann) Dublin – Maynooth angeschlossen.
Die Autobahn M4 verläuft im Süden der Stadt, aus Südwesten von Maynooth her kommend (Ausfahrt 6), bis sie im Südosten (Ausfahrt 5) in die Nationalstraße N4 nahtlos übergeht.
53.363611111111-6.4863888888889Koordinaten: 53° 22′ N, 6° 29′ W

Gregor Erler

Gregor Erler (* in Berlin) ist ein deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor.

Nachdem er als erster Regieassistent und Aufnahmeleiter für Filmproduktionen tätig war, begann Gregor Erler 2004 sein Filmstudium an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg mit dem Schwerpunkt Szenischer Regie. 2007 erhält Gregor Erler das Karl-Steinbuch-Stipendium für herausragende kreative und innovative Leistung und 2008 erhält er das Hollywood Masterclass-Stipendium der University of California, Los Angeles. Der mehrfach ausgezeichnete Kurzfilm St. Christophorus: Roadkill ist sein Abschlusswerk an der Filmakademie Baden-Württemberg, mit dem Gregor Erler 2010 sein Studium dort beendete. Auch für seine vorherigen Kurzfilme erhielt er diverse Auszeichnungen und Nominierungen auf Filmfestivals im In- und Ausland.
Darüber hinaus dreht Gregor Erler Musikvideos u.a. für Sarah Connor, Rea Garvey, Johannes Oerding und EMMA6 (mit Josefine Preuß). Seine Werbespots (Terre des Hommes, Conrad Electronic, Amway u.a.) wurden bei den LIA London International Awards und den GWA Effie Awards ausgezeichnet.
Gregor Erler lebt in Berlin.

Myrmecia gulosa

Myrmecia gulosa
Myrmecia gulosa (engl. „Red Bull Ant“ oder „Giant Bull Ant“) ist eine Ameisenart aus der Unterfamilie der Bulldoggenameisen (Myrmeciinae), die im östlichen Australien heimisch ist. Es handelt sich um eine der größten Ameisenarten der Welt. Ihr giftiger Stich kann beim Menschen zu tagelangen starken Schmerzen führen.

Wie bei allen Bulldoggenameisen und Knotenameisen (Myrmicinae) besteht das Stielchenglied (Petiolus) von Myrmecia gulosa aus zwei Teilen, dem Petiolus und Postpetiolus. Innerhalb der beiden Unterfamilien zeichnet sich die Art durch ihre enorme Größe und die dunkle Färbung der hinteren Hälfte des Hinterleibes aus.
Die Arbeiterinnen sind 14 bis 26 Millimeter lang. Sie besitzen eine rotbraune Grundfärbung, die letzten drei Segmente des Hinterleibs (Gaster) sind schwarz und die Mandibeln gelbbraun. Insgesamt ist die Art recht stark behaart, die gelblichen Haare sind am Körper mittellang und an den Beinen kürzer; sie fehlen an den Antennen.
Der Kopf ist etwas breiter als lang, die Kopfseiten sind leicht konvex. Die Facettenaugen sind im Vergleich zu anderen Ameisenarten groß. Die kräftigen Mandibeln sind um ein Zehntel länger als der Kopf und vorne nach innen gekrümmt. An der Innenseite der Mandibeln befinden sich zwölf Zähne, von denen der dritte, fünfte, siebte und neunte Zahn besonders lang und scharf sind. Der Schaft (Scapus) der Antennen steht um fast ein Drittel seiner Länge über den Oberrand des Hinterkopfs hervor, die ersten und dritten Antennenglieder sind gleich lang und um ein Drittel kürzer als das zweite Antennenglied. Das Mesosoma ist gut doppelt so lang wie breit, wobei die Mittelbrust (Mesonotum) rundlich ausfällt. Der Hinterleib ist im Profil etwa gleich lang wie hoch, die hinteren Glieder laufen dabei konvex zusammen, sind leicht abwärts geneigt und enden in einem langen und scharfen Stachel.
Die Königin wird 27 bis 29 Millimeter lang. Ihre Farbe ähnelt der der Arbeiterinnen, sie ist aber stärker behaart und ihre Form insgesamt weniger filigran. Der Kopf ist etwas breiter als lang, die Mandibeln sind nur etwa genauso lang wie der Kopf und die Antennen stehen nicht so stark hervor. Das Mesosoma ist wie bei den Arbeiterinnen etwa doppelt so lang wie breit, der Hinterleib ist aber um ein Drittel länger.
Die Männchen werden 17 bis 21 Millimeter lang. Farbe und Behaarung gleichen denen der Arbeiterinnen, ihre Gesamtform ist aber filigraner. Die Seiten des Kopfes sind gerade, die Mandibeln besitzen nur zwei kleine Zähne am Ende und das zweite Fühlerglied ist 6,5-mal länger als das erste. Mesosoma und Hinterleib sind ähnlich wie bei den Arbeiterinnen, der Stachel ist aber kurz und breit. Die glasigen Flügel haben eine ausgeprägt gelbliche Färbung.
Myrmecia gulosa ist in den küstennahen Regionen im Süden Queenslands und im Osten von New South Wales bis hin zum Australian Capital Territory sowie im Murray-Darling-Becken verbreitet. Die bevorzugten Habitate der Art sind offene Waldgebiete und Heideland. Nach Buschfeuern gehören sie zu den ersten Ameisenarten, die betroffene Gebiete wiederbesiedeln. Die Arbeiterinnen sind tag- und nachtaktiv.
Myrmecia gulosa zeigt verglichen mit anderen Ameisenarten einige archetypische und zum Teil etwas ursprüngliche Verhaltensweisen.
Die Nester sind unterirdisch angelegt und können über 2000 Individuen umfassen, von denen etwa drei Viertel Arbeiterinnen sind. Die Art ist monogyn und vermutlich monandrisch, was bedeutet, dass sich immer nur eine Königin im Nest befindet und alle Arbeiterinnen Schwestern sind.
In der Umgebung des Nestes können zu jeder Tages- und Nachtzeit zwei bis drei Wachen beobachtet werden, die Ausschau nach möglichen Eindringlingen halten. Die Ameisen haben ein sehr gut ausgeprägtes Sehvermögen, mit dem sie potentielle Gefahren bis in eine Entfernung von zwei Metern erkennen können. Die Wachen greifen Eindringlinge jeglicher Größe aggressiv an, die zu nah an das Nest herankommen. Dabei springen sie Angreifer regelrecht an, um sie zu vertreiben, was ihnen den Spitznamen „Hoppy Joe“ eingebracht hat, und folgen ihnen auch noch ein gutes Stück hinterher.
Die Imagines können selbst keine feste Nahrung zu sich nehmen und ernähren sich von Nektar und anderen Pflanzensäften. Die Arbeiterinnen jagen aber auch Wirbellose wie Bienen und andere Ameisen, zum Beispiel Rossameisen (Camponotus) oder „Spiny Ants“ (Gattung Polyrhachis), die sie an die Brut verfüttern. Die Nahrung wird durch schalenlose trophische Eier der Arbeiterinnen ergänzt, die an die Königin und die Larven verfüttert und gelegentlich auch selbst verzehrt werden.
Die Arbeiterinnen jagen zeitweise einzeln und unkooperativ. Sie sind durch ihre gute Sicht beispielsweise in der Lage, ihre Opfer zu umrunden, auf deren Rücken zu springen und sie daraufhin mit einem gezielten Stich zu töten. Das Sozialverhalten von Myrmecia gulosa ist im Vergleich zu fortschrittlicheren Ameisenarten wenig ausgeprägt. Eine Rekrutierung findet nicht statt, die Ameisen können auch keine chemischen Signale (Pheromone) für ihre Nestmitbewohner aussondern und reagieren auch nicht auf solche.
Das Gift von Myrmecia gulosa ist proteinartig und dem von Bienen und Wespen sehr ähnlich. Es beinhaltet Histamin, Hyaluronidase, einen hämolytischen Faktor und eine Aktivität vergleichbar der von Kininen. Der Stich kann beim Menschen zu mehrere Tage andauernden starken Schmerzen führen. In manchen Fällen können allergische Reaktionen (anaphylaktischer Schock) auftreten, die auch zum Tod führen können.
Die Königin legt Eier nur während einer kurzen Periode von ein paar Wochen im Frühjahr. Die Larven sind nach dem Schlupf beinlos und werden von den Arbeiterinnen mit tierischer Nahrung und trophischen Eiern versorgt. Sie wachsen den ganzen Sommer und Herbst und überwintern unvollständig ausgewachsen. Im Winter nehmen sie keine Nahrung zu sich, weswegen die Arbeiterinnen nicht nach Kleintieren jagen. Im folgenden Frühjahr wird das Wachstum wieder aufgenommen. Etwa gleichzeitig mit der nächsten Eiablage der Königin sind die Larven dann ausgewachsen. Sie werden von den Arbeiterinnen mit Sandkörnern bedeckt, die die Larven als Gerüst zur Verpuppung verwenden. Beim Schlupf, der zwischen Sommeranfang und Mitte des Sommers stattfindet, werden die Jungtiere von Arbeiterinnen unterstützt, die die Puppenhülle mit ihren Mandibeln aufschneiden.
Im Jahr 1985 wurde von Forschern an der University of New South Wales über ein ergatandromorphes Exemplar von Myrmecia gulosa berichtet, das Merkmale sowohl einer männlichen Ameise als auch einer Arbeiterin hatte. An seiner rechten Körperseite war der Ergatander männlich und hatte auch Flügel, an seiner linken Seite weiblich. Das Tier wurde oft von seinen Nestkollegen angegriffen, bis es von den Forschern schließlich aus der Kolonie entfernt wurde. Bis dahin war bei Bulldoggenameisen weder Ergatandromorphie noch Gynandromorphie beobachtet worden.
Das erste Exemplar von Myrmecia gulosa wurde zwischen April und August 1770 auf James Cooks erster Reise in die Südsee von den Botanikern Joseph Banks und Daniel Solander als einziges Insekt neben einem Rüsselkäfer (Chrysolopus spectabilis), einem Schmetterling und zwei Fliegen eingesammelt. Insgesamt schrieb Banks in seinen Tagebüchern sehr wenig zur Insektenwelt Australiens, die Ameisen blieben ihm aber aufgrund der vielen Stiche und ihrer „rachsüchtigen Veranlagung“ in bleibender Erinnerung. Das Typusexemplar liegt heute als Teil der „Banks Collection“ im Natural History Museum in London und soll sich immer noch in einem guten Zustand befinden.
Myrmecia gulosa wurde nach der Rückkehr der Endeavour-Expedition nach England im Jahr 1775 als eine der ersten Insektenarten Australiens von dem dänischen Entomologen Johann Christian Fabricius in seinem Werk Systema Entomologiae beschrieben. Er gab der Ameisenart den Namen Formica gulosa („gefräßige Ameise“). Fabricius hatte in den Jahren zuvor bei mehreren Besuchen in London die Gelegenheit gehabt, die Insektensammlung der Expedition zu besichtigen. Im Jahr 1804 ordnete Fabricius sie in die heute gültige Gattung Myrmecia ein, welcher mittlerweile über 100 Arten zugeordnet werden. Weitere, nicht mehr gültige Namen sind Eciton gulosa (Latreille, 1805) und Ponera gulosa (Illiger, 1807).
Der Schweizer Ameisen- und Sozialforscher Auguste Forel beschrieb 1922 eine Unterart Myrmecia gulosa obscurior, die sich von der Nominatunterart durch eine dunklere Farbgebung und ein engeres Pronotum unterscheiden sollte. Es gibt jedoch keinen Hinweis auf den Fundort innerhalb von Australien. Der australische Entomologe John Clark bezweifelte 1951 die Existenz einer eigenen Unterart, heute ist sie nicht mehr wissenschaftlich anerkannt.

Grenzübergang Karni

Der Grenzübergang Karni (arabisch معبر كارني; hebräisch מעבר קרני) ist ein Grenzübergang und Güter-Terminal an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen. Er befindet sich im Norden des Gazastreifens und wurde 1994 eröffnet, um palästinensischen Händlern den Import und Export von Waren zu ermöglichen. Der Übergang wurde auch von den jüdischen Siedlern von Netzarim genutzt, da die Karni-Straße gemäß Oslo-Abkommen der einzige ihnen erlaubte Weg zur israelischen Siedlung war. Die Kontrolle über den Grenzübergang obliegt der israelischen Flughafenbehörde (Israel Airport Authority).
Der Grenzübergang Karni war mehrmals Ziel von Mörserattacken oder direkten bewaffneten Angriffen militanter Palästinenser, bei denen sowohl Palästinenser als auch Israelis ums Leben kamen. Militante Palästinenser sollen über den Grenzübergang Karni auch Selbstmordattentäter und Sprengstoffgürtel nach Israel geschleust haben.
Der Grenzübergang wurde von den israelischen Behörden häufig geschlossen. Nachdem die Hamas die politische Kontrolle über den Gazastreifen übernommen hatte, wurde er 2007 ganz geschlossen und seither nur teilweise wieder geöffnet.
Gemäß der von der Norwegischen Zeitung Aftenposten am 6. Januar 2011 veröffentlichten Wikileaks cables haben sich Unternehmer im Jahr 2006 bei US-amerikanischen Diplomaten darüber beschwert, dass sie am Übergang Karni den Israelis Bestechungsgelder zahlen mussten, um ihre Waren in den Gazastreifen einführen zu können.
31.47472222222234.473611111111Koordinaten: 31° 28′ 29″ N, 34° 28′ 25″ O