Gernewitz

50.86805555555611.696944444444179Koordinaten: 50° 52′ 5″ N, 11° 41′ 49″ O
Kirche in Gernewitz
Gernewitz ist ein Ortsteil von Stadtroda im Saale-Holzland-Kreis in Thüringen.

Die Ortslage Gernewitz befindet sich 2 km westlich von Stadtroda an der 1835 ausgebauten Jenaer Chaussee – jetzt Landesstraße 1077 nach Jena. Der Ort liegt am rechten Ufer der Roda und wird auch vom Grünzigbach entwässert. Untergeordnete Straßen verbinden Gernewitz mit den Nachbarorten Schlöben – Schöngleina und Beulbar. Der nächste Anschluss zur Bundesautobahn 4 ist bei Jena gegeben.
Am 20. März 1252 wurde der Ort als Gornuwiz erstmals urkundlich genannt. Weitere Erwähnungen als Gurnewiz (1259), Gornowicz (1450) und Gornebicz (1518) sollen auf die slawischen Wurzeln des Ortes verweisen. Eine andere Deutung des Namens will den Ort als Gründung eines deutschen Lokators Gernod deuten.
Mit dem bereits 1200 erwähnten Henricus de Gornewicz wird ein mit dem Ort verbundenes Adelsgeschlecht als Lehensmann der Burggrafen von Kirchberg erwähnt, der in Kapellendorf vier Hufen Land dem dort entstehenden Kloster Kapellendorf spendet. Bei einem Erdrutsch traten 1977 zufällig Grundmauern und Kleinfunde des Adelssitzes zu tage, die von Archäologen als hochmittelalterlicher Herrensitz angesprochen und datiert wurden. Die Adelsfamilie konnte auch im Umkreis der Herren von Lobdeburg emporstreben. Überliefert sind Henricus und Kilians von Gornewitz. Dieser Kilian wurde als Kilianus dictus Puster de Gornewicz auch Besitzer des nahen Ortes Drackendorf im Saaletal. Mit der „Lobdeburger Fehde“ (1295–1316) begann der Untergang der Lobdeburger Dynasten. 1358 war die Lobdeburg an die Landgrafen von Thüringen gelangt. 1465 erhielten die nun landgräflichen Gefolgsleute Nikolaus und Hans Puster die Lobdeburg und den zugehörigen Burgbezirk zum Lehen. Das Dorf Gernewitz zählte bald zum Besitz des Klosters Roda. Dieses Nonnenkloster wurde nach 1228 zunächst als Hauskloster der Lobdeburger gegründet und ausgebaut. Nach der Einführung der Reformation wurde das Kloster 1534 aufgehoben. Über einen ersten Kirchenbau in Gernewitz -vermutlich von Ende des 13. Jahrhunderts- fehlen die Urkunden. Zunächst war die Nachbarstadt Roda für den Schutz der Dorfbevölkerung in Kriegszeiten, die kirchliche und schulische Versorgung der Gernewitzer zuständig. In der Ortschronik wurde der Großbrand vom 15. April 1645 mit 20 niedergebrannten Gehöften verzeichnet. Der landwirtschaftlich geprägte Ort hatte 1670 25 Wohnhäuser und musste jährlich 17 Gulden und 8 Groschen Steuern an das Amt zahlen. 1693 zählte man 144 Einwohner. 1840 waren 172 Einwohner und 1885 195 Einwohner im Ort ansässig der nun 31 Wohnhäuser und 34 Haushaltungen hatte.
1667 wurde die erste Schule im Ort eröffnet, als Lehrer traten Handwerker und Bürger der Nachbarstadt Roda in Erscheinung. 1798 wurde das Schulhaus erneuert und erhielt eine Wohnung für den Lehrer. Die 1842 erbaute Schule wurde von 20 bis 25 Kindern besucht.
Die heutige Kirche wurde 1790 geweiht und hatte einen spätgotischen Vorgänger, von dem eine 1494 gegossene Glocke erhalten blieb. Beim Bau des Kirchturmes verunglückte der Schieferdecker Johannes Caspar Hofmann aus Schmiedebach am 21. August 1789 tödlich.
Das in den Befreiungskriegen von Soldaten aus dem Osten mitgebrachte „Nervenfieber“ (wohl Typhus) forderte 1813/14 zahlreiche Opfer auch unter der ansässigen Bevölkerung. An sie erinnert ein Gedenkstein auf dem Kirchhof.
Der sonst unauffällige Grünzigbach schwoll am 9. August 1846 nach sintflutartigen Regenfällen enorm an und verheerte große Teile des Ortes. Ein Hagelschlag vom 27. Juli 1867 vernichtete den Großteil der Getreideernte und trieb viele Bauern in die Verschuldung.
1899 bildeten die Gernewitzer Milchbauern eine Molkereigenossenschaft, um eine moderne Molkerei erbauen und betreiben zu können, sie war bis nach dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb. 1968 wurde das stillgelegte Molkereigebäude von der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Laasdorf für die Gemüsevermarktung umgenutzt.
1950 erfolgte die Vereinigung mit dem Nachbarort Podelsatz. Der 1953 gegründeten LPG „Auf Friedenswacht“ schlossen sich die Gernewitzer Bauern nach propagandistischer Vorbereitung und Druck an. Am Ort wurde bald eine Außenstelle der Maschinen-Traktoren-Station (MTS) Schlöben eingerichtet. Der landwirtschaftliche Gerätebestand wurde 1970 mit einer Kartoffelsortieranlage, 1975 mit einer Pelletieranlage und der an der Molkerei angebauten Gemüseverarbeitungshalle ausgeweitet. Im Ort wurde eine Konsumverkaufsstelle und ein Kindergarten eingerichtet.
Für die Unterbringung einer Jenaer Künstlerkommune erwarb das Kulturamt der Stadt Jena ein vom Verfall bedrohtes Gehöft. Der Ort sollte auch eine Werkstatt für den VEB Denkmalpflege Rudolstadt aufnehmen, die zu diesem Zeitpunkt im Bezirk Gera zahlreiche Restaurierungsprojekte übernommen hatte und dafür geeignete Lager- und Werkstatteinrichtungen in verkehrsgünstiger Lage (Autobahnnähe) benötigte.

Karl Valentin Müller

Karl Valentin Müller (* 26. März 1896 in Bodenbach; † 3. August 1963 in Nürnberg) war eugenisch orientierter Gewerkschafter, Soziologe, Sozialanthropologe und Hochschullehrer mit nationalsozialistischer Orientierung.

Müller besuchte in Bodenbach und Pogrzybow in der Provinz Posen, wo sein Vater als Lehrer tätig war, die Volksschule, dann in Dresden das Realgymnasium. Nach dem Kriegsabitur meldete er sich als Freiwilliger an die Westfront. Ab 1919 studierte er in Leipzig zunächst Germanistik, später dann Staats- und Sozialwissenschaften. 1922 wurde er mit einer Arbeit „Die Entwicklung der Trierer Gewerbeorganisationen bis zum 13. Jahrhundert“ zum Dr. phil. promoviert. Anschließend arbeitete er als Wanderlehrer in der Volkshochschularbeit in Thüringen und Sachsen.
1927 erschien eine von Müller im Auftrage der Gewerkschaften erarbeitete Publikation mit dem Titel Arbeiterbewegung und Bevölkerungsfrage, die als allgemeinverständliche Einführung in die Rassenhygiene dienen sollte. Eine frühere Publikation zu einer Schulkinderuntersuchung hatte bereits gezeigt, dass er sich an der „nordischen Bewegung“ orientierte, die eine Höherwertigkeit der „nordischen Rasse“ postulierte. 1929 veröffentlichte er außerdem einen Aufsatz zum „nordischen Gedanken in der Arbeiterbewegung“.
Seit 1927 arbeitete Müller als wissenschaftlicher Referent, zunächst für Erwachsenenbildung im damals sozialdemokratisch geführten sächsischen Ministerium für Volksbildung. Zugleich leitete er die Wirtschafts- und Betriebsräteschulung in Westsachsen. 1928 übernahm er das Referat für das soziale Bildungswesen.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Müller wegen seiner SPD-Zugehörigkeit kurzzeitig aus dem Staatsdienst entlassen, aber in das unter Leitung von Wilhelm Hartnacke stehende Kultusministerium als Referent für Erwachsenenbildung wieder eingestellt. In seinem Hauptwerk Der Aufstieg des Arbeiters durch Rasse und Meisterschaft (1935) nahm Müller die Idee eines „Neuadels aus Blut und Boden“ von Walther Darré auf und entwickelte das Projekt eines neuen Arbeiteradels als Elite, für den staatlich geförderte „Erbhöfe der Arbeit“ in eigenen Stammarbeitersiedlungen entstehen sollten. Damit wollte Müller einer „Auslesegruppe nach Leistungs- und Erbwert“ eine „hegegerechte Umwelt“ zur Aufzucht ihres Nachwuchses schaffen.
1936 habilitierte er sich in Leipzig bei Hans Freyer und Otto Reche für Soziologie und Bevölkerungswissenschaften. 1938 wurde er Dozent, 1939 kommissarisch Professor für Soziologie an der Technischen Hochschule in Dresden. Hier hielt er Vorlesungen über „Rasse, Volk und Gesellschaft“ und „Volk und Raum“. 1939/40 führte er Fruchtbarkeitsuntersuchungen im Warthegau durch.
Von 1941 bis 1945 wurde Müller an die Universität in Prag als Spezialist für die Rassenlehre des Nationalsozialismus und für die Historiografie der böhmischen Länder berufen. Hier führte er psychologisch-sozialanthropologische Untersuchungen über die tschechische Polizei und an Schulkindern durch sowie rassen- und sozialanthropologische Studien zum „deutschen Erbanteil“ in Tschechien. Eines seiner Forschungsziele war die „Behandlung der volkstumspolitischen Verfügungsmasse“ in Osteuropa und die „Umvolkung“ von Tschechen. In seinen Schriften Gesetzmäßigkeit bei Wandlungen im sozialanthropologischen Gefüge von rassisch nahestehenden Nachbarvölkern durch Umvolkungsvorgänge (1937) und Die Bedeutung des deutschen Blutes im Tschechentum (1939) trat er dafür ein, das tschechische Volk in das deutsche durch Umvolkung einzuschmelzen. In seiner Eigenschaft als Sonderbeauftragter für Rassefragen in den böhmischen Ländern verfasste er 1940 eine Denkschrift, in der er forderte, den gesamten Raum mit einer „deutsch bestimmten Führungsschicht“ zu überschichten, „entdeutschte Leistungssippen“ zurückzugewinnen und das „deutsche Volkstum von … leistungsmäßig minderebenbürtigen Sippen zu entschlacken“.
Im Verbund mit seiner universitären Lehr- und Forschungstätigkeit gehörte Müller neben Hans Joachim Beyer und Rudolf Hippius zu den führenden Köpfen der Reinhard-Heydrich-Stiftung, die besondere Aufträge durchführten, um den Plänen für eine Germanisierung Böhmens und Mährens eine scheinbare wissenschaftliche Rechtfertigung zu verleihen.
Als Zubringer und akademischer Gewährsmann des Sicherheitsdienstes folgte er noch im Dezember 1944 einer Einladung des SS-Gruppenführers Otto Ohlendorf in die Villa am Großen Wannsee zu einem exklusiven Gedankenaustausch darüber, wie die Soziologie als „Menschenkunde“ der Stabilität des Staates dienstbar gemacht werden könne.
Karl Valentin Müller arbeitete mit führenden Ostforschern wie Eugen Lemberg und Ernst Lehmann zusammen.
Nach 1945 konnte Müller seine Karriere als Wissenschaftler bruchlos fortsetzen. Bereits 1946 erhielt er mit Unterstützung des niedersächsischen Kultusministers Adolf Grimme die Gelegenheit, in Hannover ein „Institut für Begabtenforschung“ (seit 1949 „Institut für empirische Soziologie“) aufzubauen. Darüber hinaus war Müller an der Akademie für Raumforschung und Landesplanung tätig. Von der Deutschen Gesellschaft für Soziologie wurde er bald nach ihrer Neugründung 1946 wieder als Mitglied aufgenommen.
Müllers Schrift Der Aufstieg des Arbeiters durch Rasse und Meisterschaft (Lehmann, München 1935) wurde in der Sowjetischen Besatzungszone auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.
Ab 1952 nahm er einen Lehrauftrag an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Bamberg wahr. 1955 wurde Müller auf den Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie an der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Nürnberg berufen. Auf der Berufungsliste zur Besetzung des Lehrstuhls stand nur ein Name: Prof. Dr. Karl Valentin Müller. Die Hochschule hatte sich verpflichtet, einen „131er-Professor“, d.h. einen „heimatvertriebenen Hochschullehrer“ nach Art. 131 Grundgesetz, zu berufen.
1954 bis 1959 war Müller Generalsekretär des „Institut International de Sociologie“ und zugleich Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Bevölkerungswissenschaften.
Müller arbeitete vor allem zur Begabungssoziologie und zeigte mit einer großangelegten Untersuchung aller Schüler der Lehranstalten Niedersachsens und deren Familien aus den Geburtsjahrgängen 1932 bis 1937, dass das Begabungsgefälle unter Grundschülern im Allgemeinen der Sozialstruktur der Gesellschaft entsprach. Weitere Untersuchungen führte er zur Soziologie der Arbeiter- und Angestellten sowie der Heimatvertriebenen durch. Er arbeitete außerdem über den Einfluss der sozialistischen Gesellschaftsform auf die dortige Bevölkerung.
Müllers Rassentheorien und seine völkischen Annahmen aus der Ostforschung wurden, so Andreas Wiedemann, von der Zwischenkriegszeit über den Nationalsozialismus bis in die bundesrepublikanische Anthropologie übernommen. Dazu gehörten seine Vorstellungen über Vererbung, der Rassenhygiene und der Selektion sozialer Gruppen. Noch Ende der fünfziger Jahre, so Gesa Büchert, pflegte Müller Kontakte zu Funktionären der NS-Zeit. Richard Korherr, Verfasser des Korherr-Berichtes zur „Endlösung der Judenfrage“, ehemals leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter und Vertrauter des „Reichsführers SS“ Heinrich Himmler, hatte vom Wintersemester 1959/60 bis Sommersemester 1962 einen Lehrauftrag für Methoden der empirischen Sozialforschung und Demographie an der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an Müllers Lehrstuhl inne.

Gold(III)-oxid

braunes Pulver
fest
3,6 g·cm−3
Zersetzung bei ca. 150 °C in Au und O2
nahezu unlöslich in Wasser
Achtung
Gold(III)-oxid (Au2O3) ist das stabilste bekannte Oxid des chemischen Elements Gold. Es ist ein rotbrauner, kristalliner, lichtempfindlicher Feststoff. Die Verbindung ist thermisch instabil und zersetzt sich oberhalb von etwa 160 °C wieder in die Elemente. Au2O3 hat eine verzerrte quadratisch-planare Kristallstruktur, bestehend aus AuO4-Einheiten.

Die Verbindung ist aufgrund des edlen Charakters von elementarem Gold nicht durch dessen Oxidation mit Sauerstoff herstellbar. Es ist allerdings durch die direkte Reaktion von Gold mit einem Sauerstoffplasma darstellbar. Chemisch geht man von in wässriger Lösung stabilem Trichlorogold-Hydrat AuCl3·H2O (eigentlich Hydrogentrichlorohydroxidoaurat(III) H[AuCl3(OH)]) oder der Tetrachloridogoldsäure H[AuCl4]·4 H2O aus, das, mit Natriumcarbonat versetzt, als ein brauner Niederschlag Au2O3·x H2O ausfällt. Nach dem Trocknen über Silicagel spaltet dieses Wasser ab und ergibt Au2O3·2-3 H2O. Dieses kann dann weiter bei vierwöchigem Tempern in Wasser bei 280 °C und 3000 Bar Druck (siehe dazu Prinzip vom kleinsten Zwang) zu reinem polykristallinem und wasserfreiem Gold(III)-oxid Au2O3 umgewandelt werden.
Goldoxid kann zum Färben von Gläsern (Goldrubinglas) verwendet werden, spezielle Anwendungen in der Optoelektronik sind auch möglich.

Zystoskop

Das Zystoskop (in früheren Zeiten zumeist Cystoskop geschrieben; latinisiertes griechisches Kunstwort κυστοσκόπιο, wörtlich in etwa „der Blasenbetrachter“, von κύστη, kýste „die Blase, Zyste“ und σκοπή, skopé „die Sicht, Schau“) ist ein spezielles Endoskop in der Urologie und dient der Betrachtung der Harnröhre und der Harnblase. Diese Untersuchung wird als Urethrozystoskopie bezeichnet.
Die Entwicklung des Zystoskops geht auf den Frankfurter Arzt Phillip Bozzini zurück. Im Jahre 1806 stellte er ein erstes Endoskop mit Kerzenbeleuchtung vor. Diese Entwicklung wurde zunächst nicht weiterverfolgt. Der französische Arzt Antonin Desormeaux (1815–1882), der als Chirurg in Paris tätig war, präsentierte 1853 vor der Akademie für Medizin ein Endoskop, das eine Mischung aus Alkohol und Terpentinöl zur Beleuchtung nutzte. Damit führte er zahlreiche Untersuchungen der Harnröhre und der Harnblase durch und veröffentlichte 1865 das Lehrbuch Traité de l’endoscopie. Der Durchbruch gelang dem Dresdner Arzt Maximilian Nitze mit dem ersten elektrisch beleuchteten Zystoskop, das er 1879 in Wien präsentierte. Er veröffentlichte 1889 sein Lehrbuch der Kystoskopie und 1894 den Kystographischen Atlas. Mit der Zystoskopie begann nun die genaue Untersuchung und Klassifizierung von Erkrankungen der Harnblase. In der Folge wurde das Zystoskop weiterentwickelt. Eine wesentliche Verbesserung stellte die Entwicklung von Kaltlichtquellen dar. Mit der Entwicklung der Videotechnik wurde es möglich, die Untersuchung über eine auf die Optik aufgesetzte Videokamera aufzuzeichnen und auf einen Bildschirm zu übertragen. Mit der Entwicklung neuer Werkstoffe und der Miniaturisierung der optischen Systeme wurden flexible Instrumente eingeführt.
Grundsätzlich sind zwei Typen von Zystoskopen zu unterscheiden: das starre Zystoskop und das flexible Zystoskop. Der Außendurchmesser der Instrumente wird in Charrière (1 Chr = ⅓ mm) angegeben.
Starres Zystoskop Das starre Zystoskop ist im Wesentlichen ein mehrteiliges Instrument aus Metall. Es besteht aus einem Außenschaft, einem Obturator, einem Arbeitsgerät und einer Optik.
Flexibles Zystoskop Das flexible Zystoskop ist ein einteiliges Instrument mit einem flexiblen Schaft und einer steuerbaren, hochflexiblen Spitze. An der Spitze befindet sich eine Linse, die über Glasfasern mit dem Okular verbunden ist. Im Instrument befindet sich ein kombinierter Spül- und Arbeitskanal.

Karula

Karula (deutsch: Karolen) ist eine Landgemeinde im estnischen Kreis Valga mit einer Fläche von 230 km². Sie hat 1025 Einwohner (1. Januar 2011).
Neben dem Hauptort Lüllemäe umfasst die Gemeinde die Dörfer Kaagjärve, Karula, Kirbu, Koobassaare, Käärikmäe, Londi, Lusti, Pikkjärve, Pugritsa, Raavitsa, Rebasemõisa, Valtina und Väheru.
Besonders der Nationalpark Karula mit unberührten Wäldern, Mooren und Seen ist für Naturliebhaber interessant.
Bis 1919 gehörten das Schloß und das Gut Karolen (nebst großem Land- und Forstbesitz, Mooren und Seen) der deutsch-baltischen Familie von Grote. Gegründet wurde das Gut 1741. Heinrich von Grote war der letzte Majoratsherr auf Schloss Karolen. Nach den Revolutionswirren von 1917 wurden Güter und Grundbesitz der Familie, zu dem auch weitere Güter wie Grotenhof, Kawershof, Langensee und Repsberg gehörten, vom estnischen Staat enteignet. Schloss Karolen wurde 1919 niedergebrannt. Im selben Jahr verließen Heinrich von Grote und seine Familie das Baltikum und emigrierten über Finnland nach Deutschland. Die deutsche Filmregisseurin und Schriftstellerin Alexandra von Grote ist eine Enkelin von Heinrich von Grote.
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